Leukämie - Stammzellen - Spender - Bericht

N E U  -  27.10.2006 - 2. Spende des Lebens ..

siehe ganz unten

 

NEU -NACHTRÄGE vom: 10.12.00  /  06.01.01  /  09.01.01  / 13.01.2001 --- / 17.01.01 / 06.03.01 / 21.03.01 / 27.04.01 /  25.08.01 / 

26.10.2006 / Okt. 2007 / Dezember 2014 /

 

25.09.2000      Hier ein Thema, das mir persönlich sehr am Herzen liegt.

                        Bitte genau lesen ( auch wenn es sehr viel ist ) und einmal darüber nachdenken !!!  Danke

( Im zweiten Drittel folgt der Bericht über meine Stammzellenspende ! )

Hey Besucher dieser Seite ...............

 habt ihr schon mal darüber nachgedacht, einem anderen Menschen das Leben zu retten

                                                               ? ? ?

Nein ?  -  Wie auch ??? -- Na das ist gar nicht so schwer !!!                         

Mit einer Typisierung für die DKMS - Der Deutschen Knochenmark Spenderdatei.

Ich habe Stammzellen gespendet, lasst Euch solch eine Chance nicht entgehen.

Ich werde hier auf dieser Seite genau beschreiben, wie der Aufenthalt und die OP ablief, um anderen Menschen, ja vielleicht auch DIR -- die Angst zu nehmen und alle die meine Seiten besuchen zu bitten, sich doch typisieren zu lassen. Es kursieren so viele falsche Gerüchte um diese Spenden in den Köpfen vieler die sich vielleicht durch meinen Bericht beruhigt sagen -- das mache ich auch, -- auch ich werde im Fall der Fälle einem anderen Menschen das Leben retten und mich dazu bei der nächsten Gelegenheit typisieren lassen.

Bitte schaut Euch die Seiten des folgenden Links der DKMS genauer an und denkt mal darüber nach.

Ich will hier nicht als der große Lebensretter dastehen, denn schon viele vor mir haben ihre Stammzellen gespendet und doch gibt es noch lange nicht genug Spender !  Jeden Tag müssen Menschen, darunter viele Kinder, an Leukämie sterben, weil man den richtigen Spender nicht findet. Wer weiß, bewahre Gott uns alle davor, aber schon Morgen kann es jeden von uns oder unserer Familie treffen - was wären wir dem Spender dann dankbar -- oder ???

Bitte nehmt Euch ein paar Minuten Zeit und schaut Euch die Homepage der DKMS in Ruhe an.

Hier werdet Ihr alles erfahren, was jeder von Euch tun könnte, um vielleicht irgendwann einmal einem anderen Menschen mittels einer Stammzellenspende ( nicht Knochenmark ) das Leben zu retten.

http://www.dkms.de    Wolfsburg hilft ! mit Typisierungsterminen      Leukämieseiten H.Bassarek

                                                            Spenderbericht Sabine Kwyas

Nun folgt mein Bericht  ---   vielen Dank erstmal für Eure Aufmerksamkeit !

Gruß Thomas

NEU:

Stammzellenspender – Bericht !                                                              30.11.2000

Gesunde Menschen haben 1000 Wünsche –

Ein kranker Mensch nur einen !

( Von einer mir unbekannten Person )

Einfach eine gute Erkenntnis -

Ich bin gesund und habe tatsächlich noch 1000 Wünsche,

aber was sind die schon wert gegen diesen einen Wunsch !?

Jetzt muss Zeit sein einem Menschen zu helfen,

genau diesen einen Wunsch zu erfüllen.             

Thomas

Hallo, mein Name ist Thomas, ich bin 36 Jahre alt und wohne in der Nähe von Wolfsburg. In diesem Bericht erkläre ich den zeitlichen Ablauf, meine Erfahrungen, Gedanken und Gefühle zu meiner Stammzellenspende.

Im September 1996 las ich in der Wolfsburger Tageszeitung die Ankündigung eines Guinesbuch – Rekordversuches in Wolfsburg am „ Neuen Teich“.

Dort wollten mehrere Jugendliche versuchen, einen Rekord im Dauer -  Inlineskaten aufzustellen, immer rund um den Teich herum.

Dabei sollten ihnen Zuschauer / Gäste helfen in dem diese, für einen guten Zweck, Runde um Runde „kaufen“. Für jede 5,-DM Spende für die DKMS, fuhren die Teilnehmer je eine Runde um den „ Neuen Teich“.

Das war eine super Idee empfanden meine Familie und ich.

Von der DKMS erfuhren wir erstmals im TV bei „ Schreinemaker`s Live“.

Als ich las, dass man sich vor Ort auch typisieren lassen kann, stand unser Entschluss fest, da fahren wir hin, da werden wir dabei sein.

Gesagt – getan, wir ließen die Inlineskater allein für uns 20 Runden schwitzen.

Wir hatten viel Spaß dabei, zählten jede Runde laut mit und wussten, dass wir mit unserer Spende eine Typisierung bezahlt hatten.

An diesem Tag ließen meine Frau Rita und ich uns typisieren.

Kurze Zeit später bekamen wir die schriftliche Bestätigung der DKMS Tübingen, das wir in der Spenderdatei aufgenommen wurden.

Danach wurden wir höchstens mal durch einen Typisierungsaufruf an unsere Typisierung erinnert, was aber im normalen Alltagsstress schnell wieder untergeht.

Bis - - -

Ja bis zum 12.09.2000 !

Rita holte die Post aus dem Briefkasten und rief mir zu,“ Thomas – ein Brief von der DKMS Tübingen für dich „.

Geöffnet las ich folgendes –

Ihre Bereitschaft zur Lebensspende

Bestätigungstypisierung

Sehr geehrter Herr Gr..................

Aufgrund der bei Ihnen bisher durchgeführten Blutuntersuchung wurde festgestellt, dass sie mit einem Patienten für den ein Stammzellenspender gesucht wird, in mehreren Gewebemerkmalen übereinstimmen.

Dieser Befund bedeutet nun, dass ...........

Wir möchten Sie bitten, sich schnellstmöglich unter der für Sie kostenfreien Telefonnummer     - 0800 / ..........     mit uns in Verbindung .........................

Wauuuuhhhhh stark   ( waren meine Gedanken )

Keine 3 Minuten später, hatte ich eine sehr freundliche Mitarbeiterin der DKMS am Apparat.

Nach dem ich ihr meine auf dem Brief stehende Spendernummer mitteilte, war ihre erste Frage,  „Herr Groeneveld, sind sie noch bereit zur Lebensspende durch eine Stammzellenspende ?“

Als ich unverzüglich ( für mich war es sofort eine Ehre, ein Glück, ein – ich weiß es nicht weiter zu beschreiben ) mit „ja“ antwortete, wurde mir von ihr alles weitere absolut ausführlich erklärt. Es steht noch nicht 100 %ig fest, dass ich es bin – usw. usw.

Das es 2 Arten der Stammzellenspende gibt, wo die Unterschiede, Vor.- und Nachteile sind, welche Kliniken dafür in Frage kommen und vieles mehr.

Auch jede Frage die ich hatte, wurde mir ausführlich beantwortet.

Die Dame von der DKMS bat mich dann zu einer weiteren Blutabnahme bei einem Arzt meiner Wahl, der Termin wurde von ihr gemacht und das Blut von einem Kurier abgeholt.

In diesem Brief wurde mir anbei ein Gesundheitsfragebogen mitgesendet.

Die 3 ausgefüllten Fragebögen faxte ich noch am selben Abend von meinem Arbeitsplatz aus an die DKMS.

Ich muss sagen, mit ein wenig Stolz einer der „ Auserwählten „ zu sein, kamen die ersten Gespräche zum Thema Knochenmarktransplantation mit Kollegen auf.

Alle Personen mit denen ich dieses Thema besprach waren von meiner Bereitschaft zur Spende begeistert, ABER – nicht alle wären nach ihren Worten bereit dieses auch zu tun.

Schon hier fiel mir auf, dass es noch viel Aufklärung und Info benötigt, um die eine oder andere Desinformation aus den Köpfen vieler zu bekommen.

Knochenmark = Rückenmark  NEIN !!! IST  NICHT SO !!! Stammzellenspende ? Typisierung ?

Da man mir am Telefon sagte, es könnten noch Wochen bis Monate bis zum nächsten Bescheid vergehen, waren die Gedanken an die Spende schnell vom Alltag verschluckt.

Bis zum 10.10.2000, als meine Frau wieder den Briefkasten leerte und ein zweiter Brief aus Tübingen dabei war.

Sehr geehrter Herr Gr............

Vor einiger Zeit haben sie sich Blut ........   Bestätigungstypisierung.........

Das Ergebnis liegt mir jetzt vor und es besagt, - dass sie der richtige Spender für den betreffenden Patienten wären.

Darf ich sie deshalb bitten, mich schnellst möglich unter .... 0800 / ...... anzurufen.

Mit herzlichem Dank und freundl........  Dr. med. Phillipp Schenck

Wauuuuhhhh !!!! Tiefes Durchatmen – Ich bin es -  stark ------

Wieder drei Minuten später hatte ich Herrn Dr. Schenck am Apparat, ein sehr netter, ruhiger und lustiger Arzt, der alles weitere mit mir besprach.

Seine erste Frage:“ Herr Gr...... sind sie noch bereit zur .......

-         Na klar Herr Dr. Schenck, jetzt wo es definitiv einen Menschen gibt, der meine Lebensspende benötigt, werde ich es mir doch nicht anders überlegen –

Auch Dr. Schenck erklärte mir noch mal alles auf mich zukommende Haarfein, keine Frage blieb offen.

Ich entschloss mich für die Stammzellenspende per OP aus dem Beckenkamm unter Vollnarkose, zwei kleine Schnitte ca. 1-2 cm, je eine Naht, -  im Kreiskrankenhaus Hameln an der Weser.

             Kreiskrankenhaus- Hameln

Schon am 26.10.2000 bekam ich die schriftliche Bestätigung zur Spenderuntersuchung, die dazu dient, den Spender auf „ Herz und Nieren „zu untersuchen, um für den Spender jedes ausschließbare Risiko zur OP auch auszuschließen.

Termin: 07.11.2000 Hameln

08.00 Uhr – ich melde mich im Sekretariat Dr. Schmidt.

Zu allen Untersuchungen werde ich gebracht, kein suchen, kein langes warten, alle sehr nett und zuvorkommend, tolle Atmosphäre für ein Krankenhaus –

Ach noch dazu, - ich war noch nie als Patient im Krankenhaus, wurde noch nie operiert, auch noch nie genäht, nichts ---  !

Röntgen, Lungentest, Urinabgabe, Blutentnahme, Eigenblutspende, letzter Check durch den sehr netten - in seiner Aufgabe aufgehenden - Prof. Dr. Schmidt.  – Ergebnis  -

100% Gesund ( lt. Dr. – gesünder geht nicht – schluck – und das trotz 2 l Cola / Tag und bis vor kurzen 25 Zigaretten / Tag  , Süßigkeiten on Mass usw. )  ;-)   egal –

ich bin es, ich kann Leben spenden  -  SUPER --.

Ich hatte absolut das Gefühl, die Gesundheit des Spenders geht zu 100% vor der Notwendigkeit der Spende für den Patienten !!!

Der Termin stand schon fest. Aufnahme in der Klinik 27.11., OP- 28.11., 29.11.00 Entlassung.

Am 15.11.00: Post – Bestätigung des OP Termins und eine Handynummer, die ich in dringenden Notfällen rund um die Uhr erreichen kann.

Wissensdurst stieg in mir auf   ---  

Ich durchforstete mindestens 20 Stunden alles, was es über Leukämie usw. im Internet gab. Trug mich in Gästebücher als zukünftiger Spender ein und saugte nur so Infos in mich auf. Schon am nächsten Tag bekam ich einige Emails von Betroffenen, Patienten, ehemaligen Spendern und Webmastern einiger Homepages.

Alle wünschten mir viel Glück bei meiner Spende.

Durch Infos aus dem Internet wurde mir klar, dass mir in den letzten Tagen vor der OP nichts mehr „passieren“ darf, da sonst „ mein Patient “..........   --- na ja   ---- ich versuche nicht daran zu denken, aber dieser Gedanke kommt ab und zu in mir hoch.

Von Prof. Dr. Schmidt erfuhr ich, dass ich für ein Kind im Ausland spenden werde.

Mann   --- jetzt erst recht  ----  es muss klappen.

Für unseren Arbeitgeber bekamen meine Frau und ich noch je ein Schriftstück, auch Rita darf / muss die OP-Tage zuhause bleiben, denn wir haben eine elfjährige Tochter, die betreut werden muss.

Alles kein Problem !!!

Sämtliche Kosten die mir entstehen werde ich von der DKMS erstattet bekommen – Arznei ( 5 Tage vor der OP nehme ich Eisentabletten ein – Keine Probleme - ), Fahrtkosten usw..

Unser Lohn wird unverändert weiter gezahlt, auch der Arbeitgeber rechnet mit der DKMS ab, die sich diese Kosten von der Krankenkasse des Patienten wiederholt.

Wirklich  --- Alles Problemlos !!!

Es ist der 27.11.2000, Tag der stationären Aufnahme in Hameln:

Um elf Uhr holten wir unsere Tochter von der Schule ab,

um 13.30 Uhr meldete ich mich im Krankenhaus an.

13.45 Uhr Zimmerzuweisung, - Temperaturmessung, Pulsmessung, Blutabnahme und abhören der Lunge. Fragen wie: „ Was möchten sie zu den Mahlzeiten – erfreuten mich dann natürlich, - fast wie ein Restaurant hier, denke ich so bei mir - .

Ca. 15.00 Uhr gehe ich mit meiner Familie noch mal über den schönen Hamelner Weihnachtsmarkt.

18.00 Uhr - ich ziehe mich um, bekomme Abendessen und mache mich näher bekannt mit meinem Bettnachbarn. – Wolfgang – Leukämie – vor acht Wochen transplantiert –

Mann, hat der etwas durchzumachen !!!

Ich denke so – Pippifax – Kleinigkeit – was mir bevorsteht im Vergleich, was er und andere in seiner Situation schon durchmachten, „ Angst – Nee wirklich keine, die Ärzte, das Personal, alle verstreuen irgendwie Vertrauen.

Ich schlafe – sogar sehr ruhig.

28.11.2000 Tag der OP:

05.30 Uhr: Ich werde geweckt, ganz ruhig und sanft, bin aber sofort hellwach.

Eine nette Stimme bittet mich eine Beruhigungstablette einzunehmen, die OP- Kleidung anzuziehen.

Ich gehe duschen, nehme die Tablette und ziehe mich um.

06.15 Uhr: „Abfahrt- in den Keller“ zur OP.

06.30 Uhr: Der Anästhesist und Dr. Schmidt begrüßen mich.

Ich werde in den Vorraum des OP geschoben, dann klettere ich auf den „OP-Tisch“, werde in den OP-Raum unter die OP-Lampen geschoben.

Aufregung – Angst ---- komisch aber überhaupt nicht.

Mir wird eine Braunüle ( Kanüle Fa. Braun ) kurz über dem Handgelenk unter die Haut gestochen und eine Beruhigungsspritze injiziert.

Alles nichts besonderes, ne Spritze hat schon fast jeder mal bekommen oder !?

Dann tritt der Anästhesist neben mich,  setzt mir eine kleine Beatmungsmaske über Mund und Nase und bittet mich ganz normal weiter zu atmen.

Ich zähle aus eigenen Willen noch meine Atmung, komme bis ca. 7 und ---------------------

wache wieder auf.

Es klingt komisch aber ich bin von einer auf die andere Sekunde hellwach, sehe einen Pfleger ca. drei Meter von meinem Bettende entfernt und sage – Hallo -, der Pfleger lacht – und erwidert „ Na wieder unter den Lebenden ----- äääähhhh ich meine ---

Na wieder wach ?  Wir lachen zusammen JJJ.

Gefühle – Schmerzen ???  überhaupt nichts !  Ich taste mit den Händen an meinem Becken entlang, fühle die zwei Sandsäcke ( 30 x 20 cm ) von denen man mir schon erzählte, rechts und links unter meinem Becken ! Sie dienen als Drückstütze an den Stellen an denen der Beckenkamm punktiert wurde.

700ml Knochenmark – Blutgemisch wurde mir entnommen, wie gesagt für ein Kind, für Erwachsene Patienten werden ca. 1000 bis 1500ml benötigt. Ein Unterschied für den Spender ist dieses aber nicht.

Meine 500ml Eigenblutspende wurden mir lt. Prof. Dr. Schmidt wieder gegeben, obwohl es nicht unbedingt nötig gewesen wäre bei 700ml Entnahme.

Es ist 08.30 Uhr als ich schon wieder auf mein Zimmer geschoben werde.

--- Hallo Wolfgang --- da bin ich wieder ! Auch Wolfgang freut sich, mich wieder zu sehen, fragt wie es mir geht ! Gut – eigentlich sehr gut -! Narkosenachwirkung ?

Eine Schwester erklärt mir , dass ich leider erst in sechs Stunden etwas zu essen oder trinken zu mir nehmen darf und auf keinen Fall alleine aufstehen, damit ich nicht umfalle – Wolfgang passt auf J  

Ich telefoniere mit meiner Frau, teile ihr mit, dass es mir eigentlich sehr gut geht.

((((  heimlich – ich esse   4  !   Fisherman Friends !     der Geschmack tut gut --- ;-))))

Der Genuss nicht --- mir wird schlecht ! ich übergebe mich  --- war wohl doch nicht so gut auf leeren, wohl noch leicht narkotisierten Magen.

Es ist ca. 14.00 Uhr – eine Stunde noch bis zum Wiedereintritt ins normale Leben, Essen, Trinken, Aufstehen usw. – denke ich so.

Die Sandsäcke fangen an zu stören, 14.40 Uhr der Druck auf meinem Becken, verursacht von den Sandsäcken, wird mir zu blöd – ich nehme sie weg ! 15.10 Uhr: Ein Pfleger, von Wolfgang gerufen, bringt mir mein Essen, hilft mir aus dem Bett, Stütze -- ? Nicht nötig, ich stehe wieder fest mit meinen Beinen auf der Erde, gehe ins Bad mich frisch machen.

Mmmmhhhhh jetzt etwas trinken, ich hatte noch genug meiner eigens mitgebrachten Cola, dann essen. Cordon Blue, Broccoli, Kartoffelbrei, Soße – war echt gut das Essen.

Die Tür öffnet sich, ein Arzt muss mir noch zwei Spritzen Blut abnehmen,  -

zur Kontrolle -  

Mann, in den letzten Stunden muss mich die Hexe getroffen haben, so fühlt sich mein Rücken an.

Na ja, von den Sandsäcken hatte ich auch nichts gutes gehört J.

In den Beinen ein ganz leichtes Gefühl von Muskelkater – vom Knochenmarkentzug.

Soll das alles gewesen sein !?

Es ist schon ca. 17.30 Uhr, irgendwann müssen doch die Schmerzen kommen ? oder ?

Die OP-Stellen sind nicht zu spüren, nur der Hexenschuss ist halt unangenehm.

Um 17.55 Uhr schaffe ich es gerade noch im Klinikrestaurant zwei Zeitungen zu kaufen und --- vor der Tür eine zu rauchen --- Schei.. – vor acht Wochen hatte ich damit aufgehört – aber diesen Zigarillo hatte ich mir verdient, ich hatte es geschafft, das war es schon – ich bin Lebensspender, mann ging das schnell vorbei, ein paar Erleichterungstränen, gebe ich zu, kamen mir schon, abwischen – noch ein Zug und wieder ab ins Zimmer, ein wenig lesen, viel erzählen, Abendbrot essen.

Ca. 23.00 Uhr wir löschen das Licht, das war er, der so besondere OP-Tag !

29.11.2000, Mittwochmorgen, 07.00 Uhr wecken, Temperatur messen, wie geht’s ???

Gut, der Hexenschuss ist noch da, aber sonst alles prima. Frisch machen, frühstücken, unterhalten.

Es ist gerade 09.00 Uhr, als meine Frau Rita auf den Parkplatz fährt, ich grüße vom Balkon aus.

09.30 Uhr: Morgenvisite ! Prof. Dr. Schmidt „ Nein -  Herr Groeneveld – der Hexenschuss ist nicht vom liegen auf den Sandsäcken, wir sind ja ehrlich und geben zu, die Schmerzen kommen von der Punktion und werden noch ein paar Tage anhalten.

( Im Beisein von Wolfgang, einem Leukämiepatienten, ist es mir schon peinlich, bei meinem Hexenschuss von Schmerzen zu sprechen -- ).

09.45 Uhr sitze ich schon im Auto auf dem Weg nach Hause.

Mit im Auto ein dicker Blumenstrauß der DKMS Tübingen, mit einer kleinen Karte:

Lieber Herr Groeneveld, ein herzliches Dankeschön dem Lebensretter.

Ihre DKMS Tübingen   - gez. Claudia Rutt.

Meine Gedanken --- so leicht wird man also Lebensretter !? die paar Rückenschmerzen,

die man ja auch sonst mal hat, ---- ich würde es wieder tun ---- jeder Zeit !

Zuhause freut sich meine Tochter Samantha ( 11 Jahre ) schon wahnsinnig auf ihren Papa, wir holen sie von der Schulbushaltestelle ab ---

Hallo Papa, ich bin so stolz auf dich und freue mich dich wieder zu haben.

        Tolles Gefühl –

Am Abend noch ein paar Telefongespräche mit Freunden, alle rufen an, zurückmelden, berichten.

30.11.2000: Die Neugier treibt mich an das Telefon. Anruf bei der DKMS Tübingen,

Herrn Dr. Schenck. Zwei ---  Drei Fragen hätte ich da noch Herr Dr..

„ Bitte – aber erst mal vielen Dank für ihre Spende im Namen der gesamten DKMS  Herr Groeneveld „ --- ok – gern geschehen.

„Herr Dr. ich bin ja neugierig, wohin ging denn meine Spende jetzt ?“

Herr Dr. Schenck geht mit mir noch einen Abschlussfragenkatalog durch, in ein bis zwei Monaten erfahre ich wie es dem Patienten geht, die Zeit der Anonymität beträgt zwei Jahre.

Postalischer Kontakt über die DKMS als Vermittler ist aber jederzeit möglich !

Unsere Gedanken und alle erdenklich guten Wünsche kreisen um die Empfängerin –

 

            ---        Ein 10 jähriges Mädchen in England ---

 

zu wenig rote Blutkörperchen, ---- Antikörper – -- Lebensgefährlich --- ohne Transplantation nicht mehr lange zu leben ----  fast so jung wie meine eigene Tochter, -- mir kommen wieder mal die Tränen  ---- Schmerzen ? – wie weggeblasen ----. Spenden ?    Jeder Zeit wieder !!!

  Alles, alles gute, viel Gesundheit, viel Glück, dieser kleinen dort in England und ihrer Familie, so wie allen anderen Patienten dieser Welt ----

Heute und in der Zukunft !

Spender gibt es immer wieder und immer mehr ! Nie aufgeben !

Alle noch nicht typisierten ! verpasst nicht diese Chance, Leben retten zu dürfen.

Lasst euch typisieren und / oder spendet für die DKMS und ihren Hilfsvereinen !

Ich habe einiges mitbekommen und lernen dürfen, glaubt mir, es hat sich gelohnt und wenn ich nur einen Spender mit meinem Bericht helfen kann, nur einen Mitmenschen zu einer Typisierung bewegen kann, hat sich auch dieser Bericht gelohnt.

Vielen Dank an alle die mich unterstützten, besonderen Dank an alle Mitarbeiter der DKMS und des Kreiskrankenhauses Hameln.

Nicht zu vergessen sind Tausende von ehrenamtlichen Helfern, die irgendwo auf der Erde aufopferungsvoll für die Typisierungen und Spendengelder sorgen, aber auch alle Menschen die in der Forschung tätig sind und allesamt versuchen diese Krankheiten in den Griff zu bekommen.

  DANKE

Thomas Groeneveld  

NACHTRAG vom 10.12.00:

Einen Schäferhund als Stofftier aus der bekannten SAT1 Serie Rex, den meine Tochter mir mit den Worten, " Papa stell dir den bitte auf deinen Nachttischschrank im Krankenhaus, der soll auf dich aufpassen", haben wir wenige Tage nach meiner OP als unadressiertes Päckchen in einem Päckchen an die DKMS geschickt, mit der Bitte dieses an die kleine Patientin weiter zu leiten.

Auf die Antwort, ob er denn angekommen sei, warten wir noch. Hoffen wir, dass dieser kleine " Glücksbringer " ihr helfen wird, die Krankheit besser zu überstehen.

Mehr dazu, vielleicht demnächst.

NACHTRAG vom 06.01.01:

Ein Volontär des Stuttgarter Wochenblattes ruft mich an und fragt, ob ich bereit wäre ein telefonisches Interview zu meiner Spende zu geben, er schreibt gerade einen halbseitigen Bericht über Stammzellenspenden. - Na klar -. Das Interview war fast eine Kopie meines Berichtes, am Ende erklärte ich ihm, dass es sich vielleicht etwas komisch anhört, aber ich denke jeden Abend beim Zubettgehen an " meine kleine Patientin dort in England ".   Werde Gesund, nur das zählt noch.

NACHTRAG vom 09.01.01:

Heute am 09.01.01, um 09.01 Uhr, klingelt es an der Haustür, - UPS - ein Paket für sie -, ohh endlich die bestellte Kaffemaschine denke ich so, nein, da befindet sich ja ein Aufkleber der DKMS drauf - ein Paket aus England ?-

Neugierig machen Rita und ich uns an`s auspacken, Inhalt - ein Korb voller aussergewöhnlicher Lebensmittel - Tannenwaldhonig, Energiedrinks, Marmelade, Wein, und und und. Alles von der Firma Feinkost KÄFER aus München und ein netter Brief der DKMS-

Sehr geehrter Herr Groeneveld,

wir freuen uns, dass Sie wieder gut zu Huase angekommen sind. Mit diesem Fitness-Korb bedanken wir uns nochmals recht herzlich für Ihren lebensrettenden Einsatz. Mit Ihrer Lebensspende geben Sie dem Patienten wieder hoffnung und die Chance auf ein neues leben.

Für Ihren persönlichen lebensweg wünschen wir ihnen weiterhin alles erdenklich Gute.

MfG Ulrike Lutze  ( DKMS )

Man sieht, die DKMS vergisst einen Spender nach der Spende nicht, VIELEN DANK  allen Mitarbeitern.

An die Stammzellenspende erinnert mich körperlich überhaupt nichts mehr, auch die Minni- Narben muss man suchen um sie zu sehen.

Für Fragen zur Spende stehe ich unter folgender Emailadresse jederzeit gerne zur Verfügung.

thomasgroeneveld@web.de  

Hier noch ein paar Links zu weiteren sehr informativen Seiten über Leukämie - von Privatpersonen                                                                                 ( ehem. Patienten, Angehörigen oder Spendern )

http://people.freenet.de/stupperich/

Vielen Dank, möchte ich schon jetzt auch denjenigen sagen, die mir bis heute aufgrund dieses Berichtes viele nette Emails zusendeten.

Gruß Thomas Groeneveld

 (((  ? ? ? PS: Durch weitere Nachträge werde ich diesen Bericht immer wieder vervollständigen. Ab und zu mal reinschauen. ))) ? ? ?

Nachtrag vom 13.01.2001:

Post:  

Sehr geehrter Herr Groeneveld,

leider bekam ich heute die traurige Mitteilung aus dem Transplantationszentrum, dass Ihre junge

Knochenmarkempfängerin am 17. Dezember verstorben ist.

Die transplantierten Zellen hatten gerade angefangen zu arbeiten und gesunde Blutzellen zu produzieren, als es dann zu Komplikationen gekommen ist.

Die Nachricht hat uns sehr getroffen. Vielleicht ist es aber ein Trost zu wissen, dass zumindest alles versucht wurde. Durch Ihre Spende haben Sie der Patientin die Chance gegeben, die Krankheit zu besiegen und ihr und ihrer Familie großen Mut gemacht und viel Hoffnung geschenkt. Und auch wenn die Transplantation leider nicht erfolgreich verlaufen ist, so haben Sie ihm doch die letzte Chance zum Überleben gegeben.

Herzlichen Dank für Ihre selbstlose Hilfe, auch wenn das Erreichen unseres höchsten Zieles- das gesunde Weiterleben des Kranken - ihr nicht mehr vergönnt war. Die behandelnden Ärzte haben gefragt, ob es okay wäre, dass REX bei der Familie bleibt. Ich habe mir die Freiheit genommen, ihnen zu sagen, dass das kein Problem ist und hoffe dass es in Ihrem Sinne war.

Mit freundlichen Grüßen

---------------------------------------------    SCHEIIIIIIIIIIIIIßßßEEEEEEEEEEEEEEE     ---------------------------------------------

 

Entschuldigung, - aber heute schreibe ich es mal aus, das war mein erster Gedanke !

Erstmal war ich fertig mit der Welt WAAAARUM ??? mit absoluter Sicherheit hat jeder getan was er konnte - warum mit 10 Jahren ???

Ich war wirklich erst am überlegen, ob ich diesen Brief auch hier in meinem Bericht komplett erscheinen lasse ! ABER -

ich wurde im Endeffekt hiermit nochmals auf diese miese Krankheit aufmerksam gemacht, es ist eine Krankheit, gegen die man alles erdenkliche tun muss und doch zur Zeit noch nicht alles tun kann.

Der Kampf gegen die Leukämie, steht immer noch am Anfang ! Es ist noch sehr viel zu tun von Seiten der Forschung, der Ärzte und aber auch von Seiten der Menschen, die sich durch eine typisierung zum Leben spenden bereit erklären.

Diese, " meine kleine Patientin", das habe ich begriffen, hatte ohne mich keine Chance zum überleben dieser Krankheit, es war den letzten Versuch, ihr durch eine Stammzellenspende bei ihrem Kampf zu helfen, jede erdenkliches Hürde, jede Zeit, jede Unangenehmheit und jeden Schmerz wert, ihr dabei zu helfen.

Ich würde es jederzeit wieder tun !!!

Meine Familie und ich, sind in Gedanken bei der Familie drüben in England, auch wir werden dieses Erlebnis, diese Erfahrung nie vergessen und senden den Familienmitgliedern unser Beileid.

Wieviele Kinder, wieviele Menschen müssen noch sterben, weil es nicht genug typisierte potentielle Spender gibt, die einem Patienten doch wenigstens die Hoffnung geben diese schwere Krankheit zu besiegen ?

Es ist mir klar geworden, das es keine 100%tige Chance ist, aber auch die kleine Chance zum überleben, sollte und darf - nicht ungenutzt bleiben !

Es ist mir wiklich schwer gefallen diese Zeilen zu schreiben, doch ich möchte nicht diesen, sondern die vielen Fälle, in dem die Transplantation zum erwünschten Erfolg verhalf, als Beispiel und Ansporn nehmen, um allen die nicht typisiert sind zu sagen : " Lasst Euch typisieren, es ist für Euch ein kleiner Eingriff, für den Patienten - die große Hoffnung "- und was wäre das Leben noch wert ohne Hoffnungen und Wünsche ? - Die sich ja doch immer wieder mal erfüllen !!!

 

Nachtrag: 17.01.01

Heute las ich in unserer Tageszeitung einen größeren Artikel über eine Typisierungsaktion in Wittingen. Nach wenigen Zeilen, kam mir einiges irgendwie bekannt vor, da berichtet eine Frau, Angestellte in der Wittinger Diakonie, von dem Ehemann einer Kollegin aus Hannover, deren Mann schwer an Leukämie erkrankte und dringend einen Spender benötige, der im Sept. 2000 durch die Aktion gefunden werden sollte. Dieser Mann habe fünf Kinder und man freute sich, dass er diesen einen Spender auch fand und seit Oktober letzten Jahres auf dem Weg der Besserung sei.

So im weiterlesen, entdeckte ich sogar den Namen des Patienten, Boohhh - er ist es ----- Wolfgang, -- mit ihm lag ich in Hameln zusammen auf einem Klinikzimmer. Er hat sich noch nicht bei mir gemeldet ( es sei ihm verziehen, er hat wahrlich andere Sorgen ), aber diese Zeilen in denen steht, dass er auf dem Wege der Besserung sei, die freuen mich besonders. Halte durch Wolfgang - kämpfe, Du schaffst es.

Und falls Du oder Deine Tochter ( Internetanschluss ) diese Zeilen liest, bitte melde Dich mal bei mir. Gruß Thomas

 

Vielen Dank allen, die mir und der kleinen Patientin zur Seite standen, halfen, Briefe / Mails schrieben und Hoffnung gaben.

- Ich bin gerne Bereit, diesen Bericht weiter zu führen, falls ich noch näheres erfahre, vielleicht - denn ich wüsste es gerne - erfahre ich von der Familie aus England, mal den Namen der kleinen oder bekomme mal ein Foto zugeschickt.

DANKE 

 

( Ihr hattet bis hierhin viel zu lesen, ich hoffe es hat Euch trotzdem angesprochen und ich wünschte mir, ich erreiche mit diesem Bericht das, was ich erreichen möchte, mehr Aufklärung, Anregung, Menschen zu erreichen, die sich jetzt sagen, egal - ich lasse mich typisieren und wenn es darauf ankommt, Spende ich Leben und gebe Hoffnung. )

Thomas Groeneveld

 

Nachtrag 06.03.01:

Ich möchte  Herrn Andreas Willfahrt  herzlichst für den super geschriebenen Artikel danken, den er über meine Spende und die Krankheit Leukämie im Stuttgarter STADTANZEIGER schrieb. Diese Seite hat bestimmt sehr viel zur  Aufklärung der Leser über Leukämie und einer Spende beigetragen. Herr Willfahrt brachte außer meinem Bericht noch ein kleines Fachlexikon, die Arten der zwei Spendenmöglichkeiten und vieles über die Diagnose "Leukämie".  Vielen Dank !

Ebenfalls vielen Dank möchte ich Frau Manuela Liebrenz von der Volkswagen internen Mitarbeiter Zeitschrift " Autogramm " sagen, auch hier erschien ein Bericht zu meiner Spende als Mitarbeiter des Volkswagenwerkes. Auch dieser Bericht und die Erklärungen zur Krankheit wird einen großen Anteil zur Aufklärung beitragen, immerhin lesen diese Zeitschrift ca. 100.000 VW aktive und ehemalige Mitarbeiter.    Danke !

Hier könnt Ihr die Berichte der Zeitungen ansehen:      " Stuttgarter STADTANZEIGER "    

                                                                                                " Volkswagen - Autogramm "

                                                                                                " Wolfsburger Nachrichten "

 

Nachtrag 27.04.2001

Zum darüber nachdenken, denn man sollte manche Angelegenheiten nicht verschieben :

Ein guter Freund öffnet die Kommodenschublade seiner Ehefrau und holt ein in Seidenpapier verpacktes Päckchen heraus. 

Es ist nicht irgend ein Päckchen, sondern ein Päckchen mit Unterwäsche drin.

Er warf das Papier weg und betrachtete die Seide und Spitze.

"Dies kaufte ich als wir zum letzten Mal in New York waren. Das ist jetzt 8 oder 9 Jahre her.

Sie trug es nie. Sie wollte es für eine besondere Gelegenheit aufbewahren.

Und jetzt, glaube ich, ist der richtige Moment gekommen".

Er näherte sich dem Bett und legte die Unterwäsche zu den anderen Sachen,

die von dem Beerdigungsinstitut mitgenommen wurden. Seine Frau war gestorben.

Als er sich zu mir umdrehte, sagte er:

"Bewahre nichts für einen besonderen Anlass auf, jeder Tag den du lebst,

ist ein besonderer Anlass."

Ich denke immer noch an diese Worte..., sie haben mein Leben verändert.

Heute lese ich viel mehr als früher und putze weniger.

Ich setze mich auf meine Terrasse und genieße die Landschaft ohne auf das Unkraut im Garten zu achten.

Ich verbringe mehr Zeit mit meiner Familie und meinen Freunden und

weniger Zeit bei der Arbeit.

Ich habe begriffen, dass das Leben eine Sammlung aus Erfahrungen ist,

die es zu schätzen gilt. Von jetzt an bewahre ich nichts mehr auf.

Ich benutze täglich meine Kristallgläser.

Wenn mir danach ist, trage ich meine neue Jacke, um in den Supermarkt zu gehen.

Auch meine Lieblingsdüfte trage ich dann auf, wenn ich Lust darauf habe, anstatt sie für Festtage aufzuheben.

Sätze wie z. B. "Eines Tages" oder "An einem dieser Tage" sind dabei,

aus meinem Vokabular verbannt zu werden.

Wenn es sich lohnt, will ich die Dinge hier und jetzt sehen, hören und machen.

Ich bin mir nicht ganz sicher, was die Frau meines Freundes gemacht hätte, wenn sie gewusst hätte, dass sie morgen nicht mehr sein wird (ein Morgen, das wir oft zu leicht nehmen).

Ich glaube, dass sie noch ihre Familie und engen Freunde angerufen hätte.

Vielleicht hätte sie auch ein paar alte Freunde angerufen, um sich zu versöhnen oder sich für alte Streitigkeiten zu entschuldigen.

Der Gedanke, dass sie vielleicht noch chinesisch essen gegangen wäre (ihre Lieblingsküche), gefällt mir sehr.

Es sind die kleinen unerledigten Dinge, die mich sehr stören würden, wenn ich wüsste, dass meine Tage gezählt sind. Genervt wäre ich auch, gewisse Freunde nicht mehr gesehen zu haben, mit denen ich mich "an einem dieser Tage" in Verbindung hätte setzen sollen.

Genervt, nicht die Briefe geschrieben zu haben, die ich an "einem dieser nächsten Tage" schreiben wollte.

Genervt, meinen Nächsten nicht oft genug gesagt zu haben, wie sehr ich sie liebe.

Jetzt verpasse, verschiebe und bewahre ich nichts mehr, was uns Freude und Lächeln in unser Leben bringen könnte.

Ich sage mir, dass jeder "Tag" etwas Besonderes ist; jeder Tag, jede Stunde sowie jede Minute ist etwas Besonderes!

 

Nachtrag, 20.06.01

Noch etwas, das einem zu Denken geben sollte

Die Steine in meinem Einmachglas

Ein Philosophieprofessor stand vor seiner Klasse und stellte einige Gegenstände vor sich auf. 

Als die Vorlesung begann nahm er wortlos ein großes Einmachglas und füllte dieses mit Steinen mit einem Durchmesser von etwa 5 cm. 

Als er das Glas bis zum Rand gefüllt hatte, fragte er seine Studenten, ob dieses ganz gefüllt sei.

 

Die Studenten stimmten zu, das Glas sei ganz gefüllt.

 

Als nächstes nahm der Professor eine Schachtel mit Kieselsteinen und

schüttete diese in das Glas. Er schüttelte das Glas vorsichtig. Die Kieselsteine

glitten in die Lücken zwischen die großen Steine. Wieder fragte der Professor seine Studenten, ob das Glas gefüllt sei.

 

Die Studenten stimmten zu, das es so sei. Sie lachten.

 

Der Professor nahm eine Schachtel mit Sand und schüttete diesen in das Glas.

Der Sand füllte die restlichen Lücken im Glas aus.

Nun -  sagte der Professor, ich möchte, dass sie erkennen, 

dass dies ihrem Leben entspricht. Die großen Steine sind die wichtigen Dinge, ihre Familie,

ihr Partner, ihre Kinder, ihre Gesundheit - all das, das so wichtig für sie ist, dass, wenn sie es verlören, 

sie nahezu zerstört wären. Die Kieselsteine sind die weiteren wichtigen Dinge wie Beruf, Wohnung oder Auto. Der Sand

entspricht allem anderen, den Kleinigkeiten.

 

Wenn sie zuerst den Sand in das Glas füllen, bleibt darin kein Platz

mehr für die Kieselsteine oder gar die großen Steine. Dasselbe gilt für ihr Leben. 

Wenn sie all ihre Energie und Zeit für Kleinigkeiten verwenden, werden

sie niemals Raum für die wichtigen Dinge haben. Achten sie auf die Dinge, die

für ihr Glücklichsein bedeutend sind. Spielen sie mit ihren Kindern. 

Gehen sie mit ihrem Partner zum Tanzen aus. Nehmen sie sich Zeit für ärztliche

Untersuchungen.

Es wird immer Zeit geben zum Arbeiten, zum Hausputz, das Essen vorzubereiten, ein Geschäft zu machen. 

Achten sie zuerst auf die großen Steine, die Dinge, die wirklich wichtig sind. Setzen sie ihre Prioritäten. 

Der Rest ist nur Sand.

----- HAT  ER  NICHT  RECHT  DAMIT !!!??? -----

Nachtrag, 25.08.01

In einer Mail die ich Aufgrund dieses Berichtes von Claudia ....... bekommen habe,

teilte sie mir unter anderem mit, das leider auch ihr Sohn nach einer schweren Krankheit ( er hatte einen Tumor ) verstarb.

Einer seiner letzten Sätze vor seinem Tod sollte uns aber zu denken geben -

Sterben kann nur der Körper, aber die Liebe bleibt !

Ein sehr schöner Satz, er soll den zurückgebliebenen, trauernden helfen den Tod zu verarbeiten - denn denkt man darüber nach,

erkennt man doch wieviel Wahrheit in diesem Satz stecken kann !  

Danke Claudia, für die Worte Eures Sohnes !

 

Nachtrag: 20.09.2004 -

inzwischen erreichten mich über 500 Mails aufgrund dieses Berichtes - ich möchte nicht eine missen.

Danke an alle Interessierten, Spender, Empfänger und Leukämiekranken die leider noch auf eine Spende warten.

 

Danke für Euer Interesse.

 

N E U 27.10.2006 - 2. Spende des Lebens ..

 

Irre, Wahnsinn - Glück !?

Heute, 27.10.2006, ein Anruf ! der DKMS

Guten Tag Herr Groeneveld, hier ist Fr. .... von der DKMS

sie waren vor 6 Jahren schon Stammzellenspender, ich muss sie fragen, ob sie noch ein mal spenden würden.

: ( ein kleiner positiver Schock durchzog mich, ich bekam richtig Gänsehaut - JA, würde ich wieder machen !

Wir benötigen einen Spender mit ihren Stammzellenwerten, wir suchen weiter um vielleicht noch jemanden zu finden, der als Erstspender in Frage

kommt um sie nicht noch einmal belasten zu müssen, aber es sieht schlecht aus, sie sind wahrscheinlich die einzige Chance.

: Kein Problem

Wie sieht es zur Zeit gesundheitlich bei Ihnen aus, hat sich irgend etwas geändert ?

: Nein

Möchten sie noch einmal einen Tag darüber nachdenken, es mit ihrer Familie durchsprechen ?

: Nein, ich spende so wie ich es ihnen hier sage, so etwas ist schon lange mit der Familie abgesprochen.

Dann darf ich ihnen schnellstmöglich die Unterlagen und Blutspendeutensilien zusenden, sollen wir ihnen gleich einen Termin bei

ihrem Arzt machen ? Wann könnten sie ? Fahren sie in nächster Zeit in Urlaub oder sind anderweitig nicht erreichbar ?

: Senden sie mir alles zu, ich gehe noch am selben Tag zum Arzt, es spricht nichts gegen eine schnelle Spende, ich fahre nicht weg, bin

immer erreichbar.

Danke H. Groeneveld, ich sende ihnen alles zu und gebe ihnen noch unsere TelNr. damit sie uns jeder Zeit erreichen können.

: Ok wir hören nächste Woche voneinander.

Vielen Dank und schönes Wochenende

 

So, nun kann ich erstmal wieder nur hoffen das es wieder alles passt und ich neue Hoffnung beim Patienten und dessen Fam. erwachen lassen kann.

Ich berichte hier ab sofort über alle weiteren Schritte und Erlebnisse.

30.10.06:

Heute habe ich mir bei meinem Hausarzt 40ml Blut zur weiteren Gesundheits- Untersuchung in der MHH abnehmen lassen

und die Gesundheitsfragebögen an die DKMS gefaxt.

 

01.05.07: Noch kein weiterer Bescheid, ich hoffe, der Patient konnte es ohne eine Spende schaffen oder ein anderer Spender passte noch besser als ich.

 

Oktober 2007, nun ist meine Tochter 18 Jahre und nachdem sie sich als Kind schon für – Wolfsburg hilft – also gegen Krebs einsetzte, sie spendete eine für sie große Summe Geld,

es waren die  Einnahmen die sie als jüngste Countrysängerin Deutschlands  mit Auftritten und Spenden für ihre Vorstellungs- CD eingenommen hat,

lässt sich selbstverständlich auch sofort typisieren.

Wattestäbchen nach Hause senden lassen, kurze Abstriche aus dem Mund nehmen, in den mitgeschickten Rückumschlag stecken und zurück an die DKMS,

so leicht ist der Anfang, der zu einer Lebensspende führen kann.

 

DEZEMBER 2014:

Dezember 2014, Post von der DKMS, ziemlich dicker Umschlag, das dürften nicht die jährlichen Weihnachtsgrüße sein, oh nein, der Brief ist ja auch an meine Frau und nicht an mich.

Sehr geehrte Frau Gr…………….

……..  sie kommen mit großer Wahrscheinlichkeit als Spenderin für einen Patienten in Frage ….

Dann die Bitte, beiliegende Unterlagen auszufüllen, noch einmal das Einverständnis zu erklären als Spenderin zur Verfügung zu stehen und Fragen

zum aktuellen Gesundheitszustand.

Super, Freude steigt in ihr auf, na klar stehe ich noch zur Verfügung, ich fülle sofort die Unterlagen aus, waren ihre Worte …….

Leider musste ich ihre Freude etwas bremsen, sie vergaß in ihrer aufgeregten Freude als Spenderin Hoffnung schenken zu können und vielleicht sogar Leben,

das sie selbst seit einiger Zeit an einer Krankheit leidet :-(

Schatz du musst dir Informationen deiner Ärzte einholen, alle Medikamente die du in den letzten Jahren eingenommen hast aufzählen, auch die,

die du schon wieder abgesetzt hast  - und schauen ob du dann noch als Spenderin in Frage kommst meinte ich.

Nachdem sie vor ca. 4 Jahren durch eine körperliche und psychische Hölle gegangen ist, stellten Ärzte eine Art eines kleines Tumors in ihrem Gehirn fest,

dieser und die Nebenwirkungen die er verursachte musste mit starken Medikamenten behandelt werden, eine schwere Zeit für sie.

Aber erst einmal alles ausgefüllt und nach besten Wissen und Gewissen beschrieben, mit ärztlichen Unterlagen untermauert,

sendete sie die Papiere schon am nächsten Tag mit der großen Hoffnung ab, der Patientin oder dem Patienten als Spenderin zur Verfügung stehen zu dürfen.

Leider musste sie kurze Zeit später schriftlich erfahren, dass ihre Krankheit und die dazu eingenommenen Medikamente eine Spende verhindern.

Diese für sie so traurige Nachricht kostete ihr auch einige Tränen, so gerne hätte sie doch auch Hoffnung oder sogar Leben geschenkt,

immer mit dem Gedanken das es da irgendwo auf der Welt einen Menschen gibt, der dringend eine Spende benötigt und der Hoffnung,

das sich hoffentlich ein anderer Spender finden lässt der ihm dann helfen kann.

 

Gruß Thomas

Stand 20.01.2015